„De Balz of de Suechi noch sim Talänt“ – Mit der Aufführung dieses Musicals von Sarah Jud und Brigitte Fischer überzeugten am 26. und 27. März in der Fridli-Buecher-Halle die Kindergärtler und Schüler bis zur 6. Klasse vollends. Sie spielten nicht etwas Fremdes, sondern selbstkritisch sich selber.

Nach einem kurzen musikalischen Einstieg mit Flöten, Keyboard und Orff-Instrumenten heissen zwei Kinder das Publikum herzlich willkommen. Mit dem Hinweis: „Last Euch überraschen!“ wecken sie die Neugierde der Anwesenden. Im Eingangslied: „Mer hend Talänt, alli send verschede..“  singen die Kinder von ihren persönlichen Talenten: Fussballspielen, Querlöte, Tanzen, Traktor fahren und vieles mehr. Nur Balz steht hilflos da und weiss nichts von sich zu singen. Der Vorhang geht auf. Der etwas schrullige, aber doch zufriedene Abwart Mörgeli wischt den Schulhausplatz. Er plaudert aus der Schule: „I gsehne alles, ghöre alles ond weiss alles – ich kenne jedes Chend ond sini Schueh“ . Aus dieser seiner Beobachtungsgabe heraus kommentiert er immer wieder treffend durch das ganze Stück.

Die Geschichte von Balz

Auf dem Schulweg wird über Talente von einzelnen gesprochen, durchzogen von Bewunderung, Einbildung, aber auch Spott - besonders für Balz, der mit offenen Schuhbändeln und Rucksack daherrennt und tollpatschig auf die Nase fällt. Balz, der immer zu spät kommt, mit der Ordnung in seinen Schulsachen seine liebe Mühe hat und immer wieder etwas vergisst, ja er möchte doch auch so gut sein wie die Andern. Auch zuhause wird Balz von seinen Geschwistern ausgehänselt, jedoch von seinem Vater verteidigt: „Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch etwas gut machen kann, man muss nur herausfinden, was es ist!“

Projektwoche

In der Schule informiert die Lehrerin über die vorgesehene Projektwoche, wo das grösste Schulhaus-Talent gekürt werden soll. Die Schüler sind freudig überrascht, Balz jedoch bekommt Bauchweh. Am freien Schulnachmittag will er seinen Grossvater besuchen. Auf dem Weg trifft er Martina, welche enttäuscht ist, dass Lena vor lauter Fussballtraining keine Zeit für sie hat. Balz erzählt ihr vom Grossvater im Altersheim, der unter Alzheimer leide und sich immer freue, wenn er ihn jeweils am Mittwochnachmittag besuche. Martina ist überrascht von Balzs Geduld, sie lernt ihn von einer anderen Seite kennen. Balz erzählt dem Grossvater von der Projektwoche in der Schule. Am liebsten möchte er zuhause bleiben, da er ja wirklich nichts vorzuweisen habe. Der Grossvater widerspricht ihm: „Vielleicht findest du in dieser Woche Dein Talent doch noch!“

Die Kür des grössten Schulhaus-Talents

Während die Andern in der Schule ihre einzelnen Talente trainieren und vorzeigen, ist Balz immer noch auf der Suche nach seinem Talent.  Auf dem Schulweg erzählt Martina ihren Kameraden, wie Balz das Talent habe, seinem demenzkranken Grossvater geduldig zuzuhören.“Ist das ein Talent?“ fragen die Einen, „Das könnte ich nicht!“ sagen die Andern anerkennend. Während Balz noch nicht im Schulzimmer ist, wird über das grösste Talent diskutiert. Neben Lena, dem Fussballtalent, wird Balz überraschend zum grössten  Schulhaustalent erkoren, Balz, der Stille, der niemals ausrastet! Die Lehrerin meint dazu:“Nicht WAS wir sind, sondern WIE wir sind, entscheidet unseren Wert!“.

Viel Applaus

Das Publikum quittierte die tolle Leistung der Kinder mit viel Applaus. Das Thema war sehr aktuell und die Rollen gut verteilt. Besonders Joel Marti spielte die Hauptrolle als Balz erstaunlich einfühlsam. Die Instrumentalisten und der spontane Gesang des Chors gaben dem Ganzen eine besondere Note. Co-Schulleiterin Ruth Peter dankte allen Mitwirkenden ganz herzlich, besonders den Kindern für ihr begeistertes und diszipliniertes Verhalten und das gute Miteinander und Füreinander beim Einüben in der Projektwoche, welches in kleineren Schulen besonders gut zum Tragen gebracht werden könne.

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