Feuerbrand

Der Feuerbrand ist eine gemeingefährliche - und meldepflichtige - Bakterienkrankheit. Sie befällt Obstkulturen (Apfel, Birne, Quitte), aber auch Weissdorn, Vogel- und Mehlbeere oder Feuerdorn usw. Gefährdet snd Hausgärten, Parkanlagen, Hochstammbäume, Waldränder und Hecken. Die Krankheit hat auch im vergangenen Jahr Schäden an Hochstammbäumen und in Obstkulturen angerichtet - zum Teil waren Rodungen unumgänglich - und muss nach wie vor konsequent bekämpft werden.

Neuregelung bei der Bekämpfung des Feuerbrandes im Kanton Luzern

Mit dem Inkrafttreten der Richtlinie Nr. 3 des Bundes zur Bekämpfung des Feuerbrandes steht ein Systemwechsel bei der Bekämpfung bevor. In der Befallszone gilt nur noch die Reduktion des Infektionspotentials als Zielsetzung. Mittlerweile sind im Kanton Luzern 40 Gemeinden in der Befallszone. Die durch das lawa verfolgte Tilgungsstrategie  wäre daher nur noch ausserhalb der Befallszone möglich, ebenso das Ausrichten von Beiträgen an die Bekämpfung. Zur Erhaltung akzeptabler Rahmenbedingungen für die Produktion von Kernobstgehölzen, die Produktion von Mostobst und die Erhaltung von wertvollen Hochstammbeständen ist das Ausscheiden von Schutzobjekten möglich. Dort kann auch in Zukunft die Strategie der Tilgung verfolgt werden.

Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) hat daher per 1. April 2007 die Gemeinden

Beromünster, Buchrain, Buttisholz, Doppleschwand, Eich, Emmen, Entlebuch, Eschenbach, Escholzmatt, Grosswangen, Gunzwil, Hasle, Hergiswil, Hildisrieden, Kriens, Ortsteil Lieli, Littau, Luthern, Malters, Marbach, Menznau, Neudorf, Neuenkirch, Nottwil, Oberkirch, Rain, Rickenbach, Römerswil, Romoos, Ruswil, Schenkon, Schlierbach, Schüpfheim, Schwarzenberg, Sempach, Ufhusen, Werthenstein, Willisau, Wolhusen, Zell

als Schutzobjekte definiert. Dies ermöglicht weiterhin eine konsequente Sanierung wie bei Einzelherden. Die Bewirtschafter innerhalb der betroffenen Gemeinden haben via Gemeindebeauftragte ein Merkblatt erhalten. Sie werden verpflichtet, alle Wirtspflanzen auf ihrer Liegenschaft mindestens zweimal jährlich zu kontrollieren, Befallsverdacht umgehend zu melden und die Sanierung fristgerecht durchzuführen. Das lawa unterstützt den Bewirtschafter durch einen ausgebildeten Feuerbrandkontrolleur. Die Entschädigung erfolgt gemäss Abfindungsverordnung des Bundes. Werden die Verpflichtungen nicht eingehalten, kann die Entschädigung gekürzt werden.

Feuerbrandsymptome: Einzelne Blütenbüschel mit angrenzenden Blättern, die braun schwarz werden. Der Befall in den Blättern wandert vom Blattstiel den Blattnerven entlang. Später welken die Triebe und sind evtl. U-förmig abgebogen.

Feuerbrand: Blüteninfektion am Apfel (Gala)

Symptome an Birnen: Schwarze abgestorbene Blüten, später braune schwarze Früchte, welche nicht abfallen. Angrenzende Blätter sind dunkelbraun bis schwarz und ledrig. Beim Feuerbrand sind grössere Aststücke befallen und Triebspitzen biegen sich mit der Zeit spazierstockförmig ab.

Symptome an Quitten: Befallene Stellen häufig im Bereich von Blüten/Früchten. Die Blätter sind zu Beginn leicht bräunlich verfärbt und lampig. Mit zunehmendem Befall werden die Blätter braun, häufig auch vom Blattrand her (Blattnerven dunkel). An befallenen Trieben sind eventuell Schleimtropfen vorhanden.

Symptome an Weissdorn: Trieb verfärbt sich bräunlich, später schwarz. Befallene Triebstücke sind kürzer als z.B. bei Birnen. Der Befall in den Blättern wandert vom Stiel den Blattnerven entlang.

Landwirtschaftsbeauftragter der Gemeinde Ufhusen

Schuler-Fischer Ferdinand Landwirtschaftsbeauftragter 041 988 13 76
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